Die Geschichte von Ruth in der Bibel zeigt auf wunderbare Weise, wie Gott aus etwas Schlechtem oder Verlorenem etwas ganz Neues machen kann.
Wir müssen dafür wissen, wie Ruth aufgewachsen ist. Sie wuchs nicht als Jüdin auf, sondern stammte aus dem Volke der Moabiter. Die Entstehungsgeschichte dieses Volkes ist auch speziell und kann in 1. Mose 19, 30 -38 gelesen werden. So sehen wir, dass dieses Volk eigentlich aufgrund von Inzucht entstand: Die Tochter hatte mit ihrem Vater, Lot, ein Kind.
Dieses Volk gehörte nicht zum Volke Israel, obschon sie zu Beginn die gleichen Urväter hatten. Lot war der Neffe Abrahams. (1. Mose 12, 5)
Jedoch entwickelte sich das moabitische Volk von selber weiter und hatte nach Jahrhunderten ihre eigenen Götter. Sie gingen sogar so weit, dass sie ihre eigenen Kinder für ihre Götter durchs Feuer laufen liessen.
Als das Volk Israel nach Jahren der Sklaverei aus Ägypten loszog, kamen sie in das Land der Moabiter. Dort gibt ihnen Gott das harte Gebot, dass man die Moabiter auf keinster Weise gutheissen sollte, sondern sie zu jeglicher Zeit meiden sollte. (5. Mose 23, 4 – 7)
Dennoch hat Ruth, die Moabiterin, ihr eigenes Buch in der Bibel. Was war geschehen?
Hat Gott seine Gebote geändert?
Nein, aber wir können aus dieser Geschichte etwas anderes erkennen, nämlich dass Gott aus einem jeden, der aus freien Stücken an diesen wunderbaren christlichen Gott glaubt, Hilfe erfährt.
Man mag vielleicht in einem ganz atheistischen Haus aufgewachsen sein oder mit Eltern aus anderen Religionen, oder vielleicht in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen sein, jedoch selber ganz ohne Glauben sein.
Egal, in welcher Lage du bist, ob ein kleiner Glaube oder ein grosser: Wenn du heute zu Gott Ja sagst, so wird er dir helfen.
Ruth kam durch Naomi nach Israel, nachdem sie sich bewusst für diesen Gott des Volkes Israel entschieden hatte („Wo du hingehst, da gehe ich auch hin, und wo du bleibst, da will ich auch bleiben“).
Anders war Orpa, die sich dafür entschied, nach Hause zu ihrem Volk umzukehren. Von ihr steht nie wieder etwas in der Bibel geschrieben.
In Israel verliebte und verlobte sich Ruth mit einem Mann namens Boas. Was auch zeigt, dass Gott nicht ungerecht ist. Menschlich gesehen hätte es sein können, dass Gott sie zwar nach Israel führen liess, aber dass sie dort als einsame Witwe gestorben wäre – also dass sie als Ausländerin nicht die gleiche Gnade erhalten hätte wie die Juden.
Aber nein, so war es nicht, und Gott führte es noch besser, als sie es sich wahrscheinlich je hätte erdenken können. Mehrere Generationen später wurde ihr Nachkomme – ihr Urenkel aus der Ehe mit Boas – der König von Israel. David hiess er, ein Mann nach dem Herzen Gottes. (Übrigens erklärt dies auch, warum er vor Saul nach Moab floh, denn diese waren ja immer noch seine Vorfahren.)
Dies zeigt, wie Gott aus einem verlorenen Menschen, wie du vielleicht bist, etwas ganz Neues und Wunderbares bilden kann.
Gott ist nicht ein Gott, der nur bestrafen möchte. Nein, er ist ein Gott der Liebe, und besonders freut er sich über solche, die sich zu ihm bekennen – auch wenn ihr bisheriges Leben ganz miserabel und ohne Gott war. Nun ist Hoffnung da.
Und nicht nur das: Wenn wir nochmals die Nachkommen von Ruth anschauen, so sehen wir im Stammbaum von Jesus, dass Gott es sogar so weit geführt hat, dass Ruth eine Vorfahrin von Jesus wurde. Ist dies nicht sehr hoffnungsvoll?
Eine Ausländerin, einen verlorenen Sohn kann Gott zurückführen und ihn gebrauchen, wenn er sich nur zu Gott bekennt, wenn er einen Glauben erhält – nicht weil er so prächtig ist, sondern weil Gott lebt. Gott kann einem solchen Menschen helfen. Lob und Preis sei ihm dafür. Für einen solchen wie dich ist Jesus Christus auf die Erde gekommen und ist am Kreuz gestorben und wieder auferstanden. Halleluja.
Mögen wir doch in dieser Hoffnung auf unseren lebendigen Gott uns zu Gott bekennen.

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