Ein Vers, an welchen ich in letzter Zeit immer wieder erinnert werde, ist der Vers in 1. Kor. 12,18:
„Nun aber hat Gott die Glieder, jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat.“

Wir erkennen daran, dass wir von Gott eingesetzt wurden und er uns die nötigen Kräfte gibt, um unseren Dienst zu tun. Wir können als junge Person auf andere schauen und vielleicht verunsichert werden. Die eine Person ist möglicherweise sehr talentiert und kann gut Musik spielen, sodass er am Sonntag jeweils Klavier spielt. Eine andere Person ist besonders redebegabt und sagt in jeder Versammlung etwas. Wiederum eine Person ist sehr organisiert und hilft bei der Vorbereitung für die nächste Jugendtour.
So kann man ganz schnell dazu kommen, dass man sich vielleicht sogar schlecht fühlt oder gar Gott die Schuld gibt, dass man nicht in der Gemeinde einen Dienst hat. Aber dies ist nach diesem Vers ganz falsch.

Gott hat einen jeden Einzelnen im Leib eingefügt, wie er gewollt hat. Möglicherweise ist deine Aufgabe beim nächsten Gottesdienst nicht, dass du vorne am Klavier sitzt. Aber Gott hat auch dich gesehen und möchte dich gerne für etwas einsetzen. Dies ist wachstümlich. Es kann sein, dass du am Anfang „nur“ in der Küche mithelfen kannst. Oder du musst die Toilette putzen. Aber in alledem sollst du auch sehen, was in den anderen Versen steht: 1. Kor. 12,19–21. Ein jedes Glied wird auf seine Weise gebraucht. Und insbesondere die Schwächeren (1. Kor. 12,22) sind besonders notwendig, damit der Leib funktionieren kann.

Denke also nicht, dass du zu schwach bist oder zu klein, um Gott dienstlich zu sein. Bereits das Helfen einer älteren Person, z. B. beim Tragen von etwas, oder auch nur ein freundliches Grüssen kann Wunder bewirken. Und wirklich, es kann wachstümlich sein. Eine Person, die heute ein Jugendleiter ist, war dies nicht einfach sofort. Nein, auch er musste – im Normalfall – wachsen. In seinen Situationen die richtige Entscheidung von Gott holen, und möglicherweise hat er genau wie du auch mit etwas Kleinem angefangen.

Wir sollen dies aber auch nicht als Ansporn nehmen. Wenn ich einmal ein Jugendleiter bin, dann bekomme ich viel Aufmerksamkeit. Ist dies so, dann bist du sicherlich fehl am Platz. Gott möchte alle Ehre für sich behalten. Für uns ist es richtig, dass wir in Demut bleiben.
Demut ist der Grundstein der Ausbildung. Ohne Demut kann uns Gott zu nichts gebrauchen. Und dafür hilft auch kein heuchelndes Demutsgeplänkel. Gott sieht unsere Herzen, und er kennt unsere Motivation.
Wir sehen auch in den biblischen Geschichten, dass Menschen, welche später zu Glaubenshelden wurden, insbesondere keine eigene Kraft hatten, um sich gross zu machen. Mose wurde 40 Jahre lang in die Wüste geschickt, bis er dann Israel aus Ägypten führte. Josef kam für wahrscheinlich 10 Jahre ins Gefängnis, bevor er seine Familie errettet hatte. Und auch dann rächte er sich nicht, weil er sah, dass Gott dies alles getan hatte.

Es lohnt sich also nicht, die Menschen gross zu machen. Sie waren treu in ihrem Alltag, aber Gott hat alles so geführt. Deshalb ist es für einen Menschen ganz falsch, wenn er plötzlich etwas von sich meint. Wenn er Gott vorhält, wie viele Menschen er zum Christentum bekehrt hat oder welche Taten er getan hat. Die Ehre sollte er alleine Gott geben. Ansonsten ist der Stolz in ihn gekommen, und Satan ist der Inbegriff von Stolz – sodass Gott ihn verwirft oder gar hasst wie die Sünde. Es kann sein, dass ein Mensch dadurch alles wieder verliert. Sieh nur Saul an, der arm im Geiste war, als er zum König gesalbt wurde, und wie unglücklich er starb, weil er ganz stolz wurde und Gott nicht gehorcht hatte.

Sei nicht stolz in deinen Aufgaben, aber liebe die Menschen umso mehr, die um dich herum sind. Diene ihnen als die unterste Person (nicht auf die Würde gesehen, sondern auf die Aufgabe). Wie Jesus, der den Jüngern die Füsse wusch, obschon er ihr Meister war (Joh. 13,1–17). Und wie bereits im ersten Vers erwähnt, Gott gibt einer jeglichen die Position oder Kraft, um seine Aufgabe zu tun. Daher ist auch niemals jemand im Recht, wenn er sich dafür ehrt, sondern Gott alleine gehört die Ehre.

Wenn du nun spürst, dass du eine Aufgabe zu tun hast, dann führe sie aus. Bitte Gott um Hilfe und um Weisheit, damit dies zum Nutzen für andere wird. Gott gibt dir die notwendige Kraft, auch wenn du vielleicht selber noch nicht das Resultat siehst. Folge hierin Gott treulich und sei nicht faul oder werde mutlos dabei.

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