Dieses Kapitel ist sehr interessant in vielen Aspekten. Wir sehen hier viele verschiedene Situationen, in denen Jesus war, und können auch manches für uns selber lernen. Es lohnt sich, dieses Kapitel in Ruhe zu lesen. Allgemein ist es wichtig, die Evangelien so zu lesen, dass man versucht, Jesus in seinem Leben zu finden und ihm zu gleichen. Denn unser Ziel ist es ja, dass wir Jesus mehr und mehr gleichen können. Und nicht alles wird auf einmal klar, aber vieles kann uns klarer und klarer werden, bis wir einst im Himmel unseren Herrn – Jesus Christus – in allen Stücken gleichgemacht werden.
Wenn wir nun den ersten Abschnitt lesen, Joh. 2, 1–12, so können wir von seiner ersten Wundertat lesen. Es gibt hier auch Dinge, die wir für uns nehmen können. So zum Beispiel, dass Jesus aus ganz normalem Wasser den besten Wein herstellen konnte. Und unsere Aufgabe ist es nun nicht, Wasser zu Wein zu machen, doch so zu handeln, wie es die Diener taten. Sie erhielten den Auftrag, Jesu Befehlen zu folgen. Und dies taten sie auch, und der gute Wein entstand. Aber nicht die Diener machten den Wein, doch alles andere musste umgesetzt werden. Und zwar auf Jesu Wort hin.
Genauso soll es auch in unserem Leben sein. Wenn Jesus dir vielleicht eine Aufgabe gibt oder dich zu etwas auffordert, dann gilt es, gehorsam zu sein. Du magst vielleicht denken, dass du nicht dafür geeignet wärst. Oder dass du doch nur wieder Probleme bekommst am Ende. Doch erinnere dich auch daran, dass Jesus aus dem normalen Wasser das Beste hervorholen konnte. Stell dir vor, wenn die Diener nicht zugehört hätten. Dann wäre das Wunder nicht passiert.
Auch sollen wir als Diener niemals denken, dass es unsere Kraft und Stärke war, welche etwas ausführen konnte. Das Wunder geschieht immer noch durch Jesus, und ihm soll daher auch alle Ehre gebühren. Doch wir können der Stimme gehorsam sein, selbst wenn wir es zunächst nicht verstehen.
Dann kommt der nächste Abschnitt, der Jesus als einen verärgerten Menschen zeigen lässt. Man denkt vielleicht, dass Jesus immer nur lieb und sorgfältig ist, doch hier sieht man ganz klar, dass er ganz erbost war. Nicht weil er ungerecht behandelt wurde – wenn er ungerecht behandelt wurde, dann schwieg er. Zum Beispiel als er gekreuzigt wurde, da kam nicht die Wut auf, sondern das Trauern für die Menschen – doch wenn die Menschen Geld machten durch Gottes Sache, dann war er ganz wütend darüber.
Vielleicht muss man verstehen, was in diesem Tempel geschah. Das Gesetz gebot den Menschen, dass sie verschiedene Opfer durchführen sollten (diese kann man in 3. Mose finden). Dafür mussten sie verschiedene Tiere töten und Gott opfern. Nun kamen die Menschen teils von sehr weit her und wollten das Tier in Jerusalem kaufen. Als sie nun beim Tempel ankamen, hiess es, die günstigen Tiere seien auf dem normalen Markt zu finden (vermutlich). Sicher ist, dass sie viel für die Tiere zahlen mussten, welche im Tempel verkauft wurden, eben um ihre Opfer durchführen zu können.
Und genau dies machte Jesus wütend. Vermutlich hätte er keine Probleme damit gehabt, wenn man die Tiere dort verkauft hätte – zu einem normalen Preis. Doch die Verkäufer profitierten von der Unwissenheit der Menschen und gaben ihnen unmögliche Bürden.
Die Menschen machten Geld mit Gottes Gesetzen, und dies ist ganz klar gegen Gottes Willen.
So Menschen, welche durch Gottes Wort Profit schlagen, haben sicherlich Gott gegen sich bekommen. Nicht die Menschen, welche ausgenutzt wurden, doch die Profiteure der ganzen Geschichte. (Es bedeutet aber nicht, dass wir uns daher ausnutzen lassen sollen, sondern uns am Besten von solchen Menschen fernhalten.)
Zuletzt ist noch etwas Wichtiges zu sehen. Jesus spricht davon, dass er den Tempel zerstören wird und sie in drei Tagen wieder aufbauen möchte (Joh. 2, 19–22). Dies geschah auch am Ende, indem Jesus für unsere Sünden starb – sie wurden dadurch für uns bezahlt – und er stand am dritten Tag wieder auf.
Das Aufstehen aus den Toten zeigt, dass der Tod keine Macht mehr über uns Menschen hat. Wir Menschen müssen daher nicht mehr Satans Knechte sein und können dem Teufel klar sagen: „Du wurdest besiegt durch Jesus – du hast keine Macht mehr über mich.“ Die Sünde hat keine Macht mehr über dich, und du darfst in diesem Glauben gehen, dass es dir gelingt, ein Leben in Heiligkeit zu leben. Vielleicht nicht sofort – es gibt immer wieder Sünden, welche wir erst mit der Zeit sehen – doch Sachen wie Pornographie oder vielleicht auch Drogen können wir nun sicher überwinden. Jesus gibt uns die nötige Kraft dazu. Ich als Mensch hätte keine Chance, die Sünde immer zu überwinden – vielleicht ein paar Mal. Aber zuletzt würde mich Satan wieder einfangen. Mit Jesu Hilfe ist es jedoch möglich. Was wir tun sollen, ist ganz klar: glauben, dass Jesus ist und dass er uns hilft. (1. Joh. 5, 1 + 5; Joh. 1, 12-13; Joh. 8, 24; Röm. 1, 17)
Weiter, dass wir zu ihm gehen können, wenn wir ganz stark von der Sünde geplagt werden. Hier ist es aber auch nötig, dass wir Dinge, welche uns zur Sünde verführen können, aus unserem Leben entfernen. Sei es zum Beispiel TikTok oder andere Social-Media-Apps (nicht denken, dass man sie ja auch für das Gute gebrauchen könnte – lieber gleich löschen). Aber auch andere Sachen, die einen zur Sünde verleiten könnten: Freunde, bestimmte Ortschaften wie eine Bar oder vielleicht auch ein Stadionsbesuch, wenn dich dies zur Sünde verleitet. Du weisst dies am allerbesten. Und habe keine Angst, dass du deine Freunde verlieren könntest. Denn selbst wenn du diese verlierst, hast du ein ewiges, himmlisches Erbe vor Augen. Dies ist weitaus mehr als deine Freunde.
Was wir jedoch lernen können aus der Geschichte, dass Jesus am dritten Tag wieder auferstanden ist, ist, dass nun der Leib ein Tempel Gottes ist (1. Kor. 3,16 und 1. Kor. 6,19). Es ist also gut, wenn wir auf unseren Leib achten. Dies kann durch das richtige Essen sein, oder aber auch durch Dinge, welche immer populärer werden – Vapen, Rauchen, Alkohol, Drogen oder auch ständiges Fast Food, ungesundes Essen und so weiter. Es heisst nicht, dass wir nie in ein McDonalds gehen sollen. Zum Beispiel kann es ja sein, dass du als Jugendleiter gewisse Personen für Jesus gewinnen kannst, indem du sie zum Essen in ein McDonalds einlädst. Dies soll jetzt aber nicht ein Vorwand sein, um immer Leute in ein Fast-Food-Restaurant einzuladen. Hier gilt es auch Weisheit anzuwenden. Du weisst wohl am besten, was hier das richtige Mass ist, und sonst wird es dir Gott sicherlich zeigen.
Es kann auch dazu kommen, dass wir ganz hart zu uns selber werden. Dies soll nicht damit gemeint sein. Dinge, die uns zerstören (Rauchen, Drogen), sollen wir ganz vermeiden. Es ist aber nicht so, dass wir nun jeden Morgen spätestens um 07:00 Uhr wach sein sollen. Aber ist es so, dass wir immer lange wach sind und zum Beispiel ausschlafen müssen, dann ist es vielleicht auch gut, sich selber ein bisschen zu hinterfragen. Ich denke, jeder sieht sich hier selber, und es lohnt sich, seine Lebensweise immer wieder zu untersuchen.
Doch es geht in diesen Versen auch darum, dass wir Gott mit unserem Leib loben können. Entweder indem wir unseren Leib für Gott geben – statt lange zu schlafen, helfen wir den Kindern am Sonntagmorgen im Kindergottesdienst – oder aber auch ganz klar in Sachen wie sexueller Moral (kein Sex vor der Ehe, nur mit deiner Frau, keine Freundin, etc.). So kann es zum Teil richtig schmerzhaft sein, Gott gehorsam zu sein. Schmerzhaft, weil die Lüste in unserem Fleisch uns reizen und locken. Zum Flirten, um sich vielleicht so zu kleiden, dass wir auffallen, um als Junge oder Mädchen viele Blicke zu erhalten.
Doch genauso gut können wir Gott zu Ehren leben. Nicht die Menschen sollen unser Massstab sein, sondern Jesus Christus. Ihm wollen wir nachfolgen und seiner Spur nachgehen.
Gott sei hochgelobt und gepriesen, dass wir einen Ausweg aus unseren Sünden erhalten haben. Einen Weg, der uns vielleicht am Anfang noch Schmerzen zufügen kann (nicht von aussen, sondern von unserer eigenen Lust). Doch wenn wir verstehen, dass Jesus uns liebt und was er uns zuliebe getan hat und auch, was wir einmal ererben können, so wird dies auch für uns ganz leicht.
Mögen wir mehr verstehen, was es ist, ein Jüngerleben zu führen, und welche Herrlichkeit uns einst erwartet.

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